Schwangerschaft
Haare färben in der Schwangerschaft
Können sich Schwangere wie gewohnt die Haare färben, blondieren oder tönen? Alles rund um den Umgang mit Haarfarben in der Schwangerschaft.
Lackierte Nägel auch in der Schwangerschaft – ist das überhaupt möglich oder bestehen Gefahren für das Ungeborene? Was jetzt zu beachten ist!
Informationen geprüft und erstellt in Kooperation mit der Biochemikerin Dr. Sarah Schunter aus München.
Nur weil du schwanger bist, willst du jetzt nicht automatisch auf dein gewohntes Beautyprogramm verzichten. Kosmetik, Haare färben oder Nägel lackieren sind schließlich auch in der Schwangerschaft ein Thema. Doch wann immer du deine Nägel lackierst oder den Lack entfernst und dabei den intensiven Gerüchen ausgesetzt bist, stellt sich vermutlich die Frage, ob das nicht eventuell schädlich ist.
Zweifelsohne stellt die Zeit der Schwangerschaft und Stillzeit eine besondere Situation im Leben dar, in der viele tendenziell vorsichtiger sind. Doch bei aller Vorsicht: bislang gibt es keine Nachweise darüber, dass Nagellacke beziehungsweise darin enthaltene Stoffe schädlichen Einfluss auf dein Baby haben. Dies bestmöglich zu gewährleisten, geht auf gesetzliche Regularien zurück: laut EU-Kosmetikverordnung gelten für Inhaltsstoffe in Kosmetika – darunter fallen auch Nagelprodukte – genaue Vorgaben. Diese stellen sicher, dass von den zugelassenen Inhaltsstoffen keine gesundheitlichen Gefahren ausgehen.
Gleichzeitig ist zu betonen, dass die Aufnahme von Stoffen über den Nagel oder die Nagelhaut verschwindend gering ausfällt und eine Anreicherung im Blut als vernachlässigbar gilt. Was jedoch ein Thema ist: Dämpfe von Nagellack oder Nagellackentferner solltest du möglichst nicht einatmen. Daher bietet es sich an, die Nagelpflege in gut durchlüfteten Räumen oder im Freien durchzuführen.
Auch wenn wie zuvor erwähnt, von Nagellacken kein Schaden für das Ungeborene ausgeht, bleibt das Thema kontrovers diskutiert. Denn einige der Stoffe sind zwar mit ihren jeweiligen Grenzkonzentrationen laut Kosmetikverordnung zugelassen, gelten aber dennoch als potenziell bedenklich. Darunter:
Aufgrund der Bewertung als potenziell bedenklich sind mit den sogenannten FREE-Lacken zuletzt eine neue Version von Nagellacken auf den Markt gekommen. Sie zeichnen sich dadurch aus, auf bestimmte bedenkliche Inhaltsstoffe wie Weichmacher oder Lösungsmittel zu verzichten.
Schwangere können grundsätzlich auf konventionelle Nagellacke zurückgreifen – wer jedoch bedenkliche Stoffe bewusst meiden will, setzt auf FREE-Nagellacke:
Verschiedene Hersteller haben die Kette bereits weitergesponnen. So finden sich inzwischen auch 7-FREE, 10-FREE und bis zu 20-FREE Lacke, die als besonders unbedenklich für Schwangere gelten.
Neben konventionellen Lacken nutzen viele Verbraucher*innen häufig besonders haltbare und robuste Nagelprodukte – darunter Gel- oder Acrylnägel. In der Schwangerschaft solltest du jedoch eventuell davon Abstand nehmen. Zum einen ist das Aushärten der Nägel mit UV-Licht nicht ganz unproblematisch. Die UV-Strahlung kann schädlich sein, weshalb zumindest ein Sonnenschutz auf den Händen empfehlenswert ist. Ebenfalls potenziell bedenklich sind die enthaltenen Acrylate, wie beispielsweise Methacrylate, von denen ein hohes Sensibilisierungspotenzial ausgeht.
Damit du auch in der Schwangerschaft nicht auf Nagellack verzichten musst, findest du hier alle Tipps auf einen Blick:
Selbst wenn lackierte Nägel prinzipiell auch im Kreißsaal schön anzusehen sind, gibt es einen ganz praktischen Grund, weshalb du zur Geburt lieber ohne Nagellack erscheinen solltest. Geburtshelfende und Hebammen nutzen zum Überprüfen deiner Durchblutung oft einen einfachen Handgriff: kurz auf den Nagel drücken, bis sich die Haut weiß färbt. Bei guter Durchblutung färben sich die Nägel nach wenigen Sekunden wieder rosa. Bei farbig lackierten Nägeln ist dieser Test nicht möglich.
Bitte beachte: Die Inhalte dieses Artikels sollen dir allgemeine Informationen und Hintergrundwissen vermitteln und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Anregungen und Tipps ersetzen keine fachliche Beratung durch eine*n Ärzt*in oder Apotheker*in.
„Wer versteht, wie kosmetische Inhaltsstoffe agieren, setzt den ersten Schritt für eine wirksame Hautpflege“, sagt Biochemikerin Dr. S. Schunter. Als promovierte Biochemikerin entwirrt sie mit Vorliebe die oftmals kryptischen Inhaltsstofflisten von Hautpflegeprodukten: was steckt drin und wie wirkt es. Sie ist überzeugt: Mit diesem Wissen kann für jeden Hauttyp und jeden Hautzustand die richtige Pflege ermittelt werden.